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Werbung machen sie super- Infoabend usw. Doch der Schein trügte und wir haben uns die falsche Klinik ausgesucht.
Sowohl Geburt, als auch die Nachbetreuung leider sehr schlecht.
Vor der Geburt wurde man leider nicht ernst genommen, die geäußerten Schmerzen wurden mit der Aussage ”wir können noch nicht unser ganzes Pulver verschießen” abgetan. Stattdessen gab es ein Kirschkernkissen - kein Scherz.
Wir saßen die gesamte Zeit auf dem Stationsgang auf einem Pezziball. Um uns herum Besucher, Personal, Patienten..Wir saßen also bis zum Schluss auf dem Stationsgang zu 2. - es war sehr würdelos mit Presswehen auf einem Gang zu sitzen.
da es die erste Geburt war, wusste man logischerweise auch selbst nicht was auf einen noch zu kommt. Es gibt zwar 2 Kreißsäale und ein wehenzimmer, aber wenn einem keiner glaubt dass die Geburt los geht, kommt man eben nicht in den Genuss und sitzt wie wir- die ganze Zeit auf dem Gang.
Die Mitarbeiter äußerten ohne weitere Untersuchung des Muttermundes lediglich die Aussage- dass es aufgrund der ersten Geburt mindestens noch 15h dauern würde. ( 1h später war das Kind da!)
Im Kreißsaal waren wir dann ca. 15 min, da man vorher ja leider nicht ernst genommen wurde. In dieser kurzen Zeit, also während den Presswehen musste leider die Hebamme dennoch immer wieder aus dem Kreißsaal raus- parallel war übrigens keine andere Geburt.
P.S. Beim Infoabend wird mit 1:1 Betreuung geworben.
Mein Mann hat mir die Brechtüte gehalten, die Beine vorne gespreizt sowie das CTG bedient. Das der Begleiter am Kopf hinten sitzen kann - das war bei uns nicht der Fall! Dementsprechend gab es auch kein Schmerzmittel oder sonstiges.
Keine Geburtsvorbereitung, keine Wanne, kein Schmerzmittel, keine Tipps zur Atmung, nichts. Wir waren erst im Kreißsaal mit vollständig geöffneten MM und sichtbarem Köpfchen, es fehlten nurnoch einige Presswehen bis das Kind vollständig geboren war.
Wir sind einfach nur dankbar, trotz diesen Verlaufes, ein gesundes Kind zur Welt gebracht zu haben.
Es war also kaum die Hebamme vor Ort, Ärztin war auch keine da- sondern erst ca. 30 min nach Gebur beim Nähen der Verletzungen!
Auch die Nachbetreuung auf Station war katastrophal, bereits 3h nach Geburt bin ich alleine trotz ordentlichen Blutverlustes während der Geburt aufgestanden, da das Personal einem vermittelte- man hätte keine Zeit.
(Da macht man schon die Geburt alleine und liegt dann völlig fertig im Zimmer und auch da gab es keine Unterstützung oder Hilfe. Deshalb klingelte ich, Beim klingeln wurde genervt geäußert man hätte noch vieles anderes zutun und dann wurde das Zimmer verlassen- ( Hebamme Ann)
In diesem Moment war ich wirklich völlig perplex, ich dachte ich bin im falschen Film und habe mich etwas ausgeliefert/hilflos gefühlt. Kreislaufmäßig ist es eigentlich Pflicht, dass man zusammen mit dem Patienten aufsteht- besonders wenn Kreislaufprobleme/ Blutverlust sowie ordentliche Geburtsverletzungen bestehen.
Bei der Visite wurde ich mit einer Mitpatientin verwechselt, sodass ich die Anweisung bekam- zuzufüttern. Dies stellte sich dann als Versehen raus, da die Gewichtsentwicklung sehr gut war; das Kind hat also 2x fälschlicherweise die Flasche bekommen!
Da ich selbst in einem Krankenhaus arbeite, maße ich mir durchaus an eine fachliche Einschätzung zu geben und diese ist für die Entbindung in Aue mehr als schlecht!
In meinem gesamten Umfeld sind alle geschockt von dieser Erfahrung.
Ich werde nie die Hilflosigkeit vergessen- in der man sich fühlt- wenn keiner da ist, bzw. Keiner da sein möchte- weil man nicht ernst genommen wird.
Diese Bewertung stammt einige Zeit nach der Geburt, da ich mit genügend Abstand und sachlich darüber schreiben wollte.
Nichtsdestotrotz ist vieles in Erinnerung geblieben.
Bitte bei der Auswahl der Klinik bedenken- Erlabrunn ist geschlossen- deshalb entbinden nun mehr Frauen in Aue.
Besonders nett/professionell waren Hebamme Claudia, Constanze und Schwester Saskia.
Ich hoffe anderen Frauen wird eine solche Erfahrung erspart und Sie haben hoffentlich eine schönere Geschichte zu erzählen.